Mit Herz und Seele

Im „Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseum“ in Schwerin können Dank Peter Kunze (links) einige Läutewerke betriebsfähig vorgeführt werden. Dieter Berghoff (rechts) und Peter Falow sind beeindruckt. (Foto: W. List)

Im „Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseum“ in Schwerin können Dank Peter Kunze (links) einige Läutewerke betriebsfähig vorgeführt werden. Dieter Berghoff (rechts) und Peter Falow sind beeindruckt. (Foto: W. List)

Eisenbahnläutewerke im original erhaltenen oder im restaurierten Zustand in irgend einem deutschen Museum aufzufinden, ist schon ein Zufallstreffer. Darüber hinaus aber auch noch ein solches Gerät vorgeführt und sach- und fachkundig erklärt zu bekommen, ist nur an wenigen Orten möglich. In Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, können Interessenten unverhofft fündig werden! Das „Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum“ (www.mef-schwerin.de) auf dem Gelände der ehemaligen Werkstatt der Friedrich-Franz-Eisenbahn, dem späteren Bahnbetriebswerk unmittelbar am Hauptbahnhof Schwerin, beherbergt in seiner bemerkenswerten Sammlung von Lokomotiven und Wagen auch Fernmelde-, Sicherungs-, Signal- und Stellwerkstechnik sowie Dank des Engagements des pensionierten Lokomotivführers Peter Kunze einige betriebsfähige Eisenbahnläutewerke.

Peter Kunze (Foto: W. List)

Peter Kunze (Foto: W. List)

Lange bevor Peter Kunze in den Ruhestand ging, hat er die ersten originalen Teile noch an diversen mecklenburgischen Strecken geborgen. Seinem Ziel, die Exponate zu vervollständigen und vor allem wieder mit einem originalen Antrieb zu versehen, kam er einen entscheidenden Schritt näher, nachdem wir uns 1988 kennen gelernt hatte. Ich stellte ihm originale Triebwerke aus meiner Sammlung zur Verfügung, die Peter Kunze in der damals noch existierenden Lehrwerkstatt des Bahnbetriebswerkes nachbauen ließ. Darüber hinaus halfen wir beiden Hobbykollegen uns gegenseitig , so dass wir unsere Sammlungen schrittweise vervollständigen konnten. Jeder Besucher des Museums wird spüren, mit wie viel Herz und Seele Peter Kunze an seinen Läutewerken hängt, wenn er sie ihnen vorführt.

Im November 1994 beschrieb Peter Kunze in einer unveröffentlichten kleinen Chronik namens „Die Schweriner Läutewerke“ deren Herkunft sowie die zwischen 1987 und 1994 aufgewendeten Bau- und Rekonstruktionsarbeiten.  In einer „Ehrentafel“ würdigte er eingangs die „uneigennützige Hilfe vieler Freunde“:

Name Beitrag
Detlef Grochow Polier/Schwerin; hat in seiner Freizeit den Sockel des mecklenburgischen Läutewerkes sorgfältig restauriert.
Andreas Keser Lehrling/Gerlinden; hat als Lehrstück nach Zeichnung die Konsole und den Schutzkasten für das Bahnsteigläutewerk gefertigt.
Wolfgang List Dipl.-Ing./Stendal; Sammler und Forscher in Sachen Läutewerke; half mit Rat und Tat bei vielen Fragen, beschaffte Nachgüsse aus Tangerhütte; half mit Zeichnungen und Skizzen, stellte die Originaltriebwerke für den Nachbau zur Verfügung.
Bernd Rosch Lehrausbilder/Schwerin; unter seiner engagierten Leitung entstanden in der Lehrwerkstatt des Bw Schwerin drei Triebwerke und das Außenwandläutewerk.
Manfred Schaer Fernmeldetechniker/Pasewalk; hat mit Triebwerksteilen geholfen, besorgte die Schwertspitze aus Blumenhagen und schenkte den Induktorschrank und das Induktorunterteil.
Alfred Thiel Lehrausbilder/Schwerin; hat sich als erster an den Triebwerksnachbau gewagt und dadurch sehr verdient gemacht.
Herr Weyer Lehrmeister/Hamburg; seinem engagierten Einsatz ist es zu verdanken, dass trotz technischer Probleme das Zahnradpaar für das Bahnsteigläutewerk an der Gewerbeschule gefertigt werden konnte.

Danach schilderte er die angefallenen Arbeiten an den einzelnen Exponaten:

  • Einglockiges preußisches Streckenläutewerk,
  • zweiglockiges mecklenburgisches Streckenläutewerk,
  • einglockiges Außenwandläutewerk,
  • einglockiges Bahnsteigläutewerk und
  • Läuteinduktor.

Ich wünsche viel Freude bei der unterhaltsamen Lektüre der kleinen Chronik!