Deutsche Läutewerke

Triebwerk der Mantelbude mit Gewicht von C. Lorenz, Berlin (Foto: W. List)

Triebwerk der Mantelbude mit einem vergrößerten Gewicht (ca. 50 kg) von C. Lorenz, Berlin (Foto: W. List)

Auf den nachfolgenden Seiten sollen die wichtigsten deutschen Läutewerke in ihrem konstruktiven Aufbau detailliert dargestellt werden. Die Reihenfolge wird (wenn bekannt) durch das Jahr ihrer Betriebseinführung bestimmt. Wo immer möglich, werden die ausgeführten Werke auch im Bild vorgestellt.

Die Beschreibungen stammen weitestgehend aus der zeitgenössischen Fachliteratur:

  •  Dr. Schmitt, Eduard; „Vorträge über Eisenbahnbau“, Heft 11 „Das Signalwesen“; Prag 1878
  • Kohlfürst, L., Zetzsche, E.; „Handbuch der elektrischen Telegraphie“, Vierter Band: „Die elektrischen Telegraphen für besondere Zwecke“; Berlin 1881
  • Blum, v. Borries, Barkhausen; „Die Eisenbahn-Technik der Gegenwart”, 2. Bd. „Der Eisenbahn-Bau der Gegenwart“, 4. Abschn. „Signal- und Sicherungs-Anlagen“; Wiesbaden 1904
  • „Handbuch der Ingenieurwissenschaften, V. Teil, 6. Bd. Betriebseinrichtungen, 2. Abt. Mittel zur Sicherung des Betriebes“, bearb. v. S. Scheibner, F. Loewe, H. Zimmermann; Leipzig 1910/13
  • Gollmer; „Über Störungen in den Telegraphen-Anlagen, deren Erkennung und Beseitigung“; Berlin 1910

Bevor detaillierte Erläuterungen zu den Triebwerkskonstruktionen folgen, sollen zunächst die Anforderungen zusammenfassend dargestellt werden, die von der Preußisch-Hessischen Staatseisenbahnverwaltung an die Triebwerke ihrer Streckenläutewerke gestellt wurden:

  • Auslösung durch Arbeitsstrom.
  • Bewicklung der beiden Elektromagnetspulen mit 2000 bis 2200 Windungen; 10 Ohm Widerstand.
  • Sichere Auslösung der betriebsfertig eingestellten Läutewerke durch einen Strom von 0,1 Ampère; Möglichkeit der Einstellung auf Auslösung bis zu 0,06 Ampère (darunter durfte keine Auslösung mehr möglich sein).
  • Mindestens 25 Auslösungen nach jedem Gewichtsaufzug.
  • Höchstens sieben Sekunden für das Abläuten einer Gruppe.
  • Blitzschutzeinrichtung am Läutewerk für die Elektromagnete.

In dieses Forderungsprogramm floss der reiche Erfahrungsschatz aus den Anfangsjahren des Läutewerk-Betriebes ein. Unverkennbar ist das Streben nach Vereinheitlichung der Triebwerke, die durchzusetzen ein großes Anliegen jener größten deutschen Eisenbahngesellschaft war (Begrenzung der Typenvielfalt, einfache Reparaturen, optimale Lagerwirtschaft).